Wirtschaftlichkeit solarthermischer Großanlagen
Die Rentabilität einer solarthermischen Großanlage hängt von vielen Parametern ab. Einige davon, wie die zukünftige Energiepreissteigerung, die Kapitalverzinsung und die Inflationsrate, können nur abgeschätzt werden.
Trotzdem lässt sich auch heute schon die Wirtschaftlichkeit gut prognostizieren. Abhängig vom zeitlichen Lastprofil, der Art des Prozesses, der Solltemperatur, dem Standort und dem angestrebten Grad der Substitution konventioneller Wärmeerzeuger werden dem solaren Großkunden zwischen 350 und 700 kWh pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche und Jahr an Energieersparnis geliefert.
Investition
Für das Kollektorfeld inklusive der Montage- und Anschlusssets, der Regelung und Fernüberwachung sowie der kompletten Planungskosten gilt für Anlagen ab 1000 m2 ein Preis von ca. 280 € + MWSt pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche.
Dazu kommen noch die individuelle Untergrundbefestigung, Rohre und Isolierung, Speichertechnik, sowie diverse Aggregate wie Pumpen und Ventile. Als Gesamtkosten sind je nach Speichergröße 450 bis 600 € pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche realistisch, für Anlagen unter 100 m2 Bruttokollektorfläche bis 800 € / m2.
Ertrag
Hat man 20 Jahre lang jährlich 500 kWh / m2 bei Investitionskosten von z. B. 500 € / m2, dann ergibt sich in erster Näherung ein Energiepreis von 5 Cent / kWh. Bei konstanten Energiekosten auf heutigem Niveau ergäbe sich eine Amortisationszeit von ca. 13 Jahren (Punkt 1 im Diagramm). Natürlich erhöhen sich diese Zahlen infolge von laufenden jährlichen Kosten wie z. B. für Wartung und für Elektroenergie, infolge der Verzinsung des Kapitals und der Alterung der Kollektoren.
Amortisation
In unverhältnismäßig stärkerem Maße verringern sie sich aber durch die Inflation, durch Energiepreissteierung, durch Förderung und auch dadurch, dass aufgrund des Kesselwirkungsgrades des ersetzten fossilen Energieerzeugers mehr als nur 500 kWh / m2a fossile Energie gespart wird. Bei gewerblicher Nutzung der Solaranlage verkürzt sich die Amortisationszeit nochmals stark infolge steuerlicher Abschreibung und der Erstattung der Mehrwertsteuer.
Im folgendem plausiblen Zahlenbeispiel (rechts) läge die Amortisationszeit bei 7,8 Jahren (Punkt 2) ohne bzw. 5,7 Jahren (Punkt 3) mit gewerblicher Nutzung. Vom Zeitpunkt der Amortisation erzeugt eine thermische Solaranlage (anders als jeder andere Wärmeerzeuger) nahezu Reingewinn. Für eine lange Betriebszeit übersteigt der Gewinn die Investitionskosten um ein Vielfaches, was zu hervorragend guten Verzinsungen des eingesetzten Kapitals von 10,5 % ohne bzw. 13,8 % mit gewerblicher Nutzung führt. Auch die Kapitalrentabilität ROI (return on investment) kann sich sehen lassen.
Momentan (2008) ist die Kilowattstunde aus Öl und Gas zwar noch für 4 bis 8 Cent zu haben, in 20 Jahren aber vielleicht nicht einmal mehr für 50 Cent, wenn die Preissteigerung nicht sogar noch rasanter stattfinden wird. Elektroenergie muss immer um ein Vielfaches teurer sein und ist zum Heizen sowieso viel zu kostbar. Die Zeit zum Handeln ist jetzt reif. Das gute Gefühl und Image, bereits heute beispielgebend in die energetische Zukunft zu investieren und damit zu den Pionieren zu gehören, lässt sich jedoch schwer in Euro und Cent ausdrücken.